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Das Land von Lucrezia

Strecke von Ferrara bis Cento - km 42 ca. Von dem Schloss Estense, auf der Straße Bologna, auf der linken Seite in der Straße Putinati, vorbei an dem Borgo San Luca, kommt man auf ein reich und stark bestelltes Land, wo früher der Sumpf regiert hat. In Torre Fossa, wo einst eine Festung zur Kontrolle der inneren Navigation stand, welche heute nicht mehr existiert, biegt man rechts in Richtung San Martino ab, wo, wenn man die elegante Pfarrkirche aus dem 18° Jahrhundert hinter sich gelassen hat, trifft man auf eine Abbiegung, man hält sich Rechts und überquert die Straße Statale 255, man fährt weiter auf der Straße Navigation. Auf der rechten Seite eröffnet sich, sichtbar, zwischen Obstplantagen und Bauernhöfen, der aus dem 13° Jahrhundert stammende Turm des kleinen Vogels, der zur Kontrolle der antiken Grenze zwischen Ferrara und Bologna benutzt wurde. Man biegt dann Rechts ab auf die Straße Imperiale, eine lange Verkehrsader fast gerade, welche einer, aus dem Anfang des ’500 mit einer schriftlichen Abmachung zwischen dem Senat von Bologna und dem Herzog Ercole I von Este, festgelegten Grenze, und man erreicht in kurzer Zeit Poggio Renatico.

 
Der Hauptplatz ist dominiert von der erhabenen neugotischen Kirche von San Michele, erbaut im Jahre 1907. Wenig entfernt ragt das Schloss der Lambertini (XV-XVII Jahrhundert) empor, welches bereits den ansässigen Großgrundbesitzern gehörte und nun Sitz der Gemeinde ist. In Richtung San Carlo, durchquert man die Felder mit den verstreuten „Bolognesischen“ Bauernhäusern, mit einem quadratischen Grundriss und den Heuschuppen. Auf der linken Seite sieht man die grüne Mauer des Damms des Flusses Reno in einigen hundert Meter von der Straße entfernt. Wenn man einige Kilometer zurückgelegt hat, biegt man links ab in Richtung neue Kirche und dann nach rechts in Richtung Sant’Agostino. Wer möchte kann noch einige hundert Meter weiter fahren bis zum Damm des Flusses, wo man von oben auf der einen Seite die ordentlich bestellten Felder sehen kann und auf der anderen Seite das Vorland reich an Wäldern. Der Damm ist nicht für Fahrradtouren vorbereitet, und kann deshalb eine kleine Schwierigkeit darstellen, daher eignet sich diese Variante für diejenigen die dafür richtig ausgestattet sind..
Der Ort von Sant’Agostino wird von dem hohen Glockenturm der Kirche dominiert, auf welchem man die Zeit auf einer Uhr und einer Sonnenuhr ablesen kann. Wenig entfernt sind die großen Grünflächen des Waldes von der Panfilia, bekannt für den Wachstum des weißen Trüffels. Im nahen Zentrum von Dosso können Autoliebhaber das Mehrfunktionszentrum Lamborghini besuchen, welches Autos dieser bekannten Marke ausstellt. Weiterfolgend in Richtung von Buonacompra und von Cento, tritt man in die Territorien ein, welche immer noch mit dem Namen von Lucrezia Borgia verbunden sind, da sie als Mitgift des dritten Ehemanns, Alfonso D’Este, Erbprinz des Herzogs von Ferrara, für die Prinzessin geschenkt wurden. In Richtung von Pilastrello, begibt man sich aufs Land an die Grenze zwischen Ferrara und Modena. Kommt man rechts vorbei an dem Komplex von Torre Spada, längst in Ruinen zerfallen, antiker Herrensitz, man erreicht die Straße Statale in Höhe von Corporeno, in dessen Kirche von San Giorgio wertvolle Arbeiten konserviert sind. Von hieraus erreicht man Cento, wichtiges geschichtliches Zentrum an der Grenze von drei Provinzen. Gegen Ende des XII Jahrhunderts war die Stadt Dominium des Bischofs von Bologna, von welchem es trotz alledem im weitesten Sinne autonom war. Zeugen der Freiheit der Bewohner von Cento ist das Institut von der „ Partecipanza“, ein System der Teilung des Landes in Rotation, entstanden im Mittelalter und wird bis zum heutigen Tage weitergeführt. Im Jahre 1502 Papst Alessandro VI Borgia, im Verlauf der Verhandlungen für die Hochzeit seiner Tochter Lucrezia mit Alfonso D’Este, zögerte nicht Cento und das Nahe Pieve der Kirche von Bologna zu entreißen um es an Estensi zu übergeben. In Cento wurde Giovan Francesco Barbieri geboren, genannt „ il Guercino“, einer der Meister der italienischen Malerei des XVII Jahrhunderts.
 
 
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